Ran an die Stadtteil-Koffer!

Beim Münchner Projekt „Ran an die Stadtteil-Koffer!“ erforschen Kinder von 3 bis 14 Jahren ihr Viertel mit Forschermaterial aus den Stadtteil-Koffern. Ihre Verbesserungsvorschläge, etwa zu Spielplätzen, Verkehr oder Miteinander, reichen sie als Anträge bei der Politik ein. Das Veranstalterteam begleitet sie von der Idee bis zur Umsetzung vor Ort.

Ort München Bezirk Oberbayern Gemeindegröße 1.6 Mio. Trägerin ein Kooperationsprojekt von: Kultur & Spielraum e.V./Münchner Kinder- und Jugendforum mit Referat für Bildung und Sport/KITA der Landeshauptstadt München sowie Landeshauptstadt München/Sozialreferat/Stadtjugendamt/Fachstelle Familie und Kinder Wer wird beteiligt Kinder (<14 Jahre) Typ der Beteiligung Projektorientiert Kontext der Mitbestimmung Kommunaler Raum, Jugendzentrum, Jugendverband/Verein, Schule, Kindergarten Inklusiv eingegliedert in inklusive Strukturen Zeitraum punktuell/einmalig Sonstiges eigene Fachstelle, dauerhafte pädagogische Begleitung, Ratsbeschluss vorhanden

Kinder gestalten ihren Stadtbezirk mit

Das Münchner Partizipationsprojekt „Ran an die Stadtteil-Koffer!“ verbindet Kinderrechte mit praktischer Stadtplanung.

Kinderrechte stärken und den eigenen Stadtbezirk mitgestalten

Ziel des Projekts ist die konsequente Umsetzung und Stärkung der Kinderrechte im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention. Kinder und Jugendliche setzen sich kritisch mit ihrem eigenen Stadtbezirk auseinander, bewerten ihr Lebensumfeld und entwickeln konkrete Ideen, wie es verbessert werden kann.

Kinder und Jugendliche in ihrer Lebenswelt erreichen

Das Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 14 Jahren. Um sie in ihrer gewohnten Lebenswelt zu erreichen, arbeitet das Projekt mit lokalen Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Schulen, Horten, Mittagsbetreuungen, Jugendzentren und Vereinen zusammen. Auch die Lokalpolitik ist von Beginn an eingebunden.

Mit Stadtteil-Koffern auf Forschungsreise

Kern des Projekts sind zwei kostenlos ausleihbare Koffer: der Kita-Stadtteil-Koffer für Kinder ab drei Jahren und der Kinder-Aktions-Koffer für Schulkinder. Ausgestattet mit Tablets, Kameras, Karten und weiteren Forschungsmaterialien untersuchen die Gruppen beispielsweise ihre Alltagswege, Spielplätze oder die Verkehrssituation. Ihre Beobachtungen und Wünsche halten sie in Modellen, Filmen oder Fotostorys fest. Weitere Informationen gibt es unter stadtteilkoffer.de.

Von der Idee zum politischen Antrag

Die beteiligten Einrichtungen integrieren die Stadtteilforschung in ihren Alltag. Die Ergebnisse werden anschließend bei einer Kinder- und Jugendversammlung im jeweiligen Stadtbezirk vorgestellt. Dort übergeben die Kinder ihre Anliegen als offizielle Anträge an Pat aus Bezirksausschuss, Stadtrat und Stadtverwaltung. Das Projektteam begleitet alle Beteiligten kontinuierlich – von der Entwicklung der Ideen bis zur Nachverfolgung und Umsetzung vor Ort.

Herausforderungen in der praktischen Umsetzung

Eine Herausforderung ist der hohe zeitliche und organisatorische Aufwand für Kitas und Schulen in ihrem dichten Alltag. Hinzu kommen lange bürokratische Wege innerhalb der Stadtverwaltung. Auch die große Altersspanne von 3 bis 14 Jahren erfordert eine intensive pädagogische Begleitung, damit die Motivation erhalten bleibt und verzögerte Umsetzungen nicht zu Frust führen.

Langfristige Beteiligung mit konkreten Ergebnissen

Das Projekt wechselt im Jahresrhythmus zwischen verschiedenen Münchner Stadtbezirken. Finanziert wird es aus städtischen Haushaltsmitteln des Sozialreferats sowie des Referats für Bildung und Sport. Dabei verbindet es professionelle pädagogische Begleitung mit den notwendigen Sachressourcen.

Zu den bereits erfolgreich umgesetzten Maßnahmen zählen modernisierte Spielplätze, Verbesserungen bei der Schulwegsicherung sowie neue Radwege und Zebrastreifen.

„Aus meiner langjährigen Begleitung des Projekts weiß ich: Jeder Stadtteileinsatz ist einzigartig. Die unverwechselbaren Gegebenheiten der einzelnen Bezirke machen deutlich, dass gelingende Partizipation dezentral ansetzen muss. Nur wenn wir direkt in die Lebenswelt der Kinder gehen, anstatt auf zentrale Strukturen zu setzen, schaffen wir echte und bedarfsgerechte Beteiligung.“
— Sibylle, Projektverantwortliche bei Kultur & Spielraum e. V.

Fotos

Besonderheit des Beteiligungsformat

Die besondere Stärke des Projekts liegt in der interdisziplinären Zusammenarbeit und im Aufbau dezentraler Beteiligungsnetzwerke. Sie verknüpfen lokale Institutionen, Verwaltung und Politik nachhaltig miteinander und tragen dazu bei, Kinderrechte direkt in den Stadtteilen lebendig zu machen.

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