Politikworkshop in der JVA Laufen-Lebenau „Wir sind hier – Freiheit beginnt im Denken“

Der Politikworkshop vermittelt jungen Menschen im Strafvollzug demokratische Werte und politische Bildung. In sieben Kurstagen wählen die Teilnehmenden eigene Themen und setzen sich mit Demokratie, Beteiligung und Menschenrechten auseinander. Im Fokus stand zuletzt das Thema „Kriminalität in der Gesellschaft“.
Ort Stadt Laufen, Landkreis Berchtesgadener Land Bezirk Oberbayern Gemeindegröße 106.000 Trägerin Junge VHS Rupertiwinkel, Kommunale Jugendpflege Wer wird beteiligt Jugendliche (14 bis 18 Jahre), junge Erwachsene (18 bis 27 Jahre) Typ der Beteiligung Projektorientiert Kontext der Mitbestimmung Kommunaler Raum Inklusiv eingegliedert in inklusive Strukturen Zeitraum wiederkehrend/dauerhaft Sonstiges kein eigenes Budget, dauerhafte pädagogische Begleitung

Politikworkshop im Jugendstrafvollzug – Politische Bildung und Beteiligung

Junge Menschen, die sich aktuell in einem stark reglementierten System befinden, für demokratische Werte zu begeistern, ist eine besondere Herausforderung. Ziel des Projekts ist es, ihnen zu vermitteln, dass ihre Meinung zählt und sie ein wertvoller Teil der Gesellschaft sind.

Die Kommunale Jugendpflege versteht es als ihren Auftrag, alle Jugendlichen im Landkreis im Blick zu haben – auch diejenigen, die sich nur für einen begrenzten Zeitraum im Landkreis aufhalten, wie etwa im Jugendstrafvollzug.

Zielgruppe und Rahmen

Das Projekt findet im Jugendstrafvollzug Laufen-Lebenau statt und richtet sich an männliche Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 21 Jahren.

Ein Workshopdurchgang erstreckt sich über drei bis vier Wochenenden. In dieser Zeit arbeiten die Teilnehmenden intensiv zusammen, setzen sich mit gesellschaftlichen Themen auseinander und erleben demokratische Prozesse praktisch.

Pädagogischer Ansatz

Für die Durchführung sind Innovation, Mut, Gelassenheit, Offenheit und eine gute Vorbereitung gefragt. Die Kursleitung startet jeden neuen Durchgang mit einer Vielzahl an Methoden und greift dabei auf einen großen Erfahrungsschatz aus der politischen Bildungsarbeit zurück.

Im Mittelpunkt stehen Beteiligung, Meinungsbildung und das Erleben demokratischer Prozesse. Die Jugendlichen werden aktiv in Diskussionen, Entscheidungsprozesse und Reflexionen eingebunden.

Zusammenarbeit und Organisation

Das Projekt ist nur durch eine enge Zusammenarbeit verschiedener Akteur:innen möglich. Eingebunden sind sowohl die Führungsebene und Entscheidungsträger:innen der JVA als auch Vertreter:innen des Landkreises und die Förderstelle der Volkshochschule (VHS). Die Kooperation mit der Verwaltung spielt dabei eine zentrale Rolle.

Die Kommunale Jugendpflege und die VHS finanzieren das Projekt gemeinsam. Die pädagogische Begleitung und inhaltliche Umsetzung erfolgen durch die Projektleitung. Ziel ist es, jungen Menschen auch unter besonderen Rahmenbedingungen Zugänge zu politischer Bildung und demokratischer Beteiligung zu eröffnen.

„Früher habe ich mich nicht für Politik interessiert. Jetzt sehe ich, wie stark sie unser Leben beeinflusst. Selbst Kriminalität ist oft mit Politik verbunden.“
— Teilnehmer des Politikworkshops

Fotos

Das Besondere

Ein Projekt zur politischen Bildung innerhalb einer Justizvollzugsanstalt umzusetzen, ist bereits etwas Besonderes. Die Rahmenbedingungen unterscheiden sich deutlich von anderen Bildungsangeboten.

Gleichzeitig überraschen die Jugendlichen immer wieder mit den Themen, die sie einbringen, und mit den Ergebnissen, die im Verlauf der Workshops entstehen. Ihre Perspektiven, Fragen und Diskussionen eröffnen oft neue Blickwinkel und zeigen, wie groß das Interesse an gesellschaftlichen Themen auch unter diesen besonderen Bedingungen sein kann.