Um reale Partizipation zu gewährleisten, gibt es im Erlhaus fest verankerte Beteiligungsstrukturen: das Offene Leitungsteam, das Planungswochenende und die Erlhausversammlung.
Das Offene Leitungsteam bildet die Grundlage für eine verbindliche und transparente Beteiligungsstruktur. Diese fordert Eigeninitiative, setzt klare Grenzen und koppelt Entscheidungsfreiräume sowie Selbstbestimmung an die Übernahme von Verantwortung.
Kinder und Jugendliche können hier jeden Freitag Projekte beantragen, Budgets mitverwalten und über die Nutzung von Zeit und Raum im Offenen Treff mitentscheiden. Eingebrachte Punkte von Kindern und Jugendlichen haben dabei stets Vorrang. Sie werden von allen Anwesenden gemeinsam diskutiert und entschieden.
Eine wichtige Voraussetzung für diese Form der Beteiligung ist umfassende Transparenz: Informationen über finanzielle Mittel des Jugendzentrums, getroffene Entscheidungen und vorhandene Gestaltungsmöglichkeiten sind für alle Beteiligten offen zugänglich.
Neben dem Offenen Leitungsteam haben die Teilnehmenden im Rahmen des Planungswochenendes und der Erlhausversammlung zweimal im Jahr die Möglichkeit, weitergehende Entscheidungen zu treffen.
Hier können sie:
mittelfristige Budgets für aktive Gruppen beantragen und über deren Verwendung berichten,
Regeln und Öffnungszeiten für das kommende Halbjahr anpassen,
Projekte, Aktionen und Veranstaltungen planen,
sowie die Gestaltung des Jugendzentrums aktiv mitentwickeln.
Durch diese Beteiligungsform entstehen regelmäßig konkrete Projekte und Veränderungen im Erlhaus. Dazu gehören beispielsweise Übernachtungsaktionen, bauliche Veränderungen am Haus oder Gruppen, die dauerhaft Verantwortung für bestimmte Bereiche übernehmen.
Das Besondere im Erlhaus ist, dass demokratische Teilhabe von Grund auf gelebt und praktiziert wird. Wenn die Haltung der pädagogischen Fachkräfte stimmt, entwickelt sich daraus Schritt für Schritt eine Kultur, in der immer mehr Beteiligung und Mitbestimmung möglich wird.
Kinder und Jugendliche verstehen schnell, dass sie echte Verantwortung übernehmen können – im Austausch für große Gestaltungsfreiheit. Dieses Vertrauen bildet die Grundlage für ihre aktive Beteiligung.
Im Offenen Treff bestimmen inzwischen ausschließlich Jugendliche über die Nutzung der Räume und Orte sowie über deren Gestaltung. Diese Entscheidungsfreiheit ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Beteiligungsprozesses.
Das hauptamtliche Team verfügt in diesem Rahmen lediglich über ein Vetorecht. Wird dieses genutzt, kann die Entscheidung im vorgesehenen Beteiligungs- und Aushandlungsprozess weitergetragen werden – von den Kindern und Jugendlichen selbst, bis hin zur letzten Instanz, dem Bürgermeister.