Das Jugendpaket im Landkreis
Wunsiedel i. Fichtelgebirge

Das Jugendpaket im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge unterstützt junge Menschen bei der Umsetzung eigener Projektideen mit bis zu 5.000 Euro. Über einen Großteil der Fördermittel entscheiden sie selbst im jährlichen Jugendausschuss – ein praktisches Beispiel gelebter Mitbestimmung auf kommunaler Ebene.
Ort Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge Bezirk Oberfranken Gemeindegröße 70.107 Trägerin Kommunale Jugendarbeit Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge Wer wird beteiligt Kinder (<14 Jahre), Jugendliche (14 bis 18 Jahre), junge Erwachsene (18 bis 27 Jahre) Typ der Beteiligung Offenes Format, Projektorientiert Kontext der Mitbestimmung Kommunaler Raum, Jugendzentrum, Jugendverband/Verein Inklusiv eingegliedert in inklusive Strukturen Zeitraum wiederkehrend/dauerhaft Sonstiges eigenes Budget, dauerhafte pädagogische Begleitung, Ratsbeschluss vorhanden

Eigene Ideen mit Projektförderung umsetzen

Aufbau und Ziele

Das Jugendpaket im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge ist ein niedrigschwelliges Beteiligungsformat zur Stärkung demokratischer Kompetenzen junger Menschen. Ziel ist es, Jugendlichen echte Entscheidungsspielräume zu eröffnen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Lebenswelt aktiv mitzugestalten.

Junge Menschen entwickeln eigene Projektideen und entscheiden im jährlichen Jugendausschuss eigenverantwortlich über einen Großteil der zur Verfügung stehenden Fördermittel. Zielgruppe sind junge Menschen bis 27 Jahre sowie Jugendgruppen, Initiativen und Vereine im Landkreis. Begleitet wird das Format durch die Kommunale Jugendarbeit.

Organisation und Umsetzung

Methodisch setzt das Jugendpaket auf offene Projektaufrufe sowie moderierte Entscheidungsprozesse im Jugendausschuss. Pädagogische Fachkräfte unterstützen junge Menschen bei der Antragstellung und vermitteln bei Bedarf an örtliche Kooperationspartner für Planung und Umsetzung der Projekte. Die inhaltlichen Entscheidungen bleiben jedoch bei den Jugendlichen selbst.

Dieses Vorgehen trägt dazu bei, Beteiligung praktisch umzusetzen und gleichzeitig den besonderen Bedingungen eines Flächenlandkreises Rechnung zu tragen.

Herausforderungen

Eine zentrale Herausforderung besteht darin, junge Menschen aus unterschiedlichen Sozialräumen zu erreichen und Beteiligung möglichst barrierearm zu gestalten. Gleichzeitig müssen verlässliche Entscheidungsstrukturen geschaffen werden. Darüber hinaus gilt es, die oft spontanen und kreativen Ideen junger Menschen mit formalen Verwaltungsabläufen in Einklang zu bringen.

Ergebnisse und Perspektive

Mit Mitteln aus dem Jugendpaket wurden bereits vielfältige Projekte umgesetzt. Dazu zählen kulturelle Veranstaltungen, Freizeit- und Sportangebote, die Renovierung von Jugendtreffs, Medienprojekte sowie Maßnahmen zur Aufwertung öffentlicher Räume.

Das Jugendpaket ist als dauerhaftes, jährlich wiederkehrendes Format angelegt. Pro Jahr stehen Fördermittel von bis zu 20.000 Euro zur Verfügung, ergänzt durch personelle Ressourcen der Jugendarbeit für Beratung und Begleitung.

Auf diese Weise verbindet das Jugendpaket finanzielle Förderung mit echter Mitbestimmung und schafft nachhaltige Strukturen gelebter Jugendbeteiligung im ländlichen Raum.

Fotos

Besonderheiten des Beteiligungsformats

Eine besondere Stärke des Jugendpakets liegt in den breit angelegten und unkomplizierten Fördermöglichkeiten. Ziel ist es, Hemmschwellen gegenüber Behörden abzubauen und jungen Menschen einen möglichst einfachen Zugang zur Förderung eigener Projektideen zu ermöglichen.

Ein zentraler Bestandteil ist die Vorstellung der Projekte im Jugendausschuss. In diesem Rahmen erhalten Jugendliche die Möglichkeit, ihre Ideen selbst zu präsentieren und zu vertreten. Dabei können sie Erfahrungen darin sammeln, für ihre Anliegen einzustehen und Verantwortung für eigene Vorhaben zu übernehmen.

Der geschützte Rahmen des Beteiligungsformats unterstützt sie dabei, Selbstvertrauen zu entwickeln und ihre Ideen sichtbar zu machen. Über die Förderung entscheiden dabei nicht erwachsene Gremien, sondern Gleichaltrige. Dadurch entsteht ein Beteiligungsprozess, der auf Augenhöhe stattfindet und junge Menschen aktiv in Entscheidungsprozesse einbindet.