Einwohnerzahl: knapp 63.000 Einwohner
Landkreis: Neu-Ulm
Regierungsbezirk: Schwaben
Die Digitalen Zukunftstage fanden in Neu-Ulm von Anfang März bis Mitte April statt. Verantwortlich vor Ort waren Carolin Hörmann, Leitung der Abteilung Jugend, Soziales und Senioren, sowie zwei Kolleg:innen aus dem Bereich Jugendbeteiligung. Beteiligt waren drei Schulen mit jeweils einer Klasse: die Peter-Schöllhorn-Schule, die Emil-Schmid-Schule und die Karl-Salzmann-Mittelschule.
Die Grenzstadt zu Baden-Württemberg verfügt bereits über Beteiligungsstrukturen. Die Digitalen Zukunftstage ergänzten diese bestehenden Ansätze und brachten Jugendliche aus unterschiedlichen Schulen zusammen.
Die Schulworkshops fanden Anfang März statt. Die Jugendlichen sammelten und entwickelten Ideen für ihren Alltag und die Zukunft der Stadt. Die Themen reichten von Sport- und Freizeitangeboten über Schule und Mobilität bis zu Einkaufsmöglichkeiten und der Gestaltung öffentlicher Räume.
Auffällig war die große Bandbreite der Vorschläge. Neben konkreten Verbesserungen im direkten Umfeld der Jugendlichen wurden auch größere städtische Themen wie der Busbahnhof, Mobilität, ein Fußballstadion oder die Entwicklung von Läden und Parks angesprochen.
Aus den Schulworkshops wurden die Themen Sport- und Freizeitflächen sowie Schule für die weitere Bearbeitung ausgewählt.
Bild 1: Kiosk (24/7), Bild 2: Busbahnhof, Bild 3: Busse & Bahnen, Bild 4: Straßenbahn, Bild 5: Dönerladen, Bild 6: Fußballstadion, Bild 7: Läden, Bild 8 + 9: Park, Bild 10: Schule – Ausstattung, Bild 11: Schule – Regeln, Bild 12: Schwimmbad, Bild 13: Kunstrasenplatz
Der Ideen-Hub fand am 19. März statt. Rund 80 Jugendliche aus den drei beteiligten Schulen arbeiteten gemeinsam an ihren Projektideen.
Im Mittelpunkt standen die Weiterentwicklung von Sport- und Freizeitflächen sowie verschiedene Schulthemen. Die Jugendlichen konkretisierten ihre Anliegen und formulierten Vorschläge, die zur Vorstellung auf der Abschlussveranstaltung konkretisiert wurden.
Die Abschlussveranstaltung fand am 14. April im Sitzungssaal des Rathauses Neu-Ulm im Rahmen einer regulären Sitzung des Ausschusses für Bildung, Familie und Kultur statt. Neben der Bürgermeisterin nahmen Mitglieder des Ausschusses, die Amtsleitung, die Bereichsleitung Soziales und die Mitarbeitenden aus dem Bereich Partizipation teil.
Die Ideen der Jugendlichen wurden im Rahmen der Ausschusssitzung vorgestellt und diskutiert. Im Austausch wurde deutlich, dass insbesondere bei den Sportplätzen Handlungsbedarf besteht und die Perspektive der Jugendlichen für Politik und Verwaltung wichtige Hinweise auf bisher weniger beachtete Themen liefert.
Ausgangslage
Das Thema Sportplätze wurde in den Schulworkshops mehrfach genannt. Die Jugendlichen kritisieren den Zustand öffentlicher Bolzplätze: Schlechte oder fehlende Beleuchtung, beschädigte Tore, Netze und Körbe sowie unebene Böden und Löcher beeinträchtigen die Nutzung und können zu Unfallrisiken führen.
Konkrete Ideen der Jugendlichen
Gemeinsamer Dialog
Die Politik nahm die Perspektive der Jugendlichen auf die Bolzplätze auf. Zunächst soll ein Überblick über den Zustand der Plätze und den konkreten Handlungsbedarf gewonnen werden.
Vereinbarungen mit der Kommunalpolitik
Ausgangslage
Die Jugendlichen nehmen zunehmenden Leerstand in der Glacis-Galerie und ein aus ihrer Sicht zu wenig attraktives Angebot in der Innenstadt wahr. Sie wünschen sich mehr Einkaufsmöglichkeiten vor Ort und bessere Versorgungsangebote am Abend sowie in kleineren Ortsteilen.
Konkrete Ideen der Jugendlichen
Gemeinsamer Dialog
Auch von politischer Seite wird der Leerstand in der Galerie als Herausforderung gesehen. Gleichzeitig wurde auf bereits geplante Alternativen und Aktionen verwiesen. Rund um eine stärkere Versorgung am Abend wurden lokale Angebote wie Ernte-Boxen und Hof-Automaten als sinnvoller eingeschätzt als 24/7-Läden.
Vereinbarungen mit der Kommunalpolitik
Ausgangslage
Die Jugendlichen wünschen sich eine robuste und verlässlich nutzbare Sportfläche. Der bestehende Platz ist bei Regen wegen des matschigen Bodens kaum nutzbar. Unebenheiten und Huckel erschweren zusätzlich das Spielen.
Konkrete Ideen der Jugendlichen
Gemeinsamer Dialog
Die Idee eines Kunstrasenplatzes ist bereits im Sportentwicklungsplan enthalten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass es sich um ein großes und kostenintensives Projekt handelt. Als kurzfristiger Ansatz wurde deshalb auch die bessere Instandhaltung bestehender Plätze thematisiert.
Die Jugendlichen brachten verschiedene konkrete Anliegen rund um ihren Schulalltag ein. Dazu gehörten die Gestaltung der Schulwände, ein Pausenraum, ein digitaler Vertretungsplan und ein Döner-Tag.
Die Themen sollen gemeinsam mit den Schulen weiterbearbeitet werden. Dabei sind insbesondere die SMV, die Schulseelsorge und das Jugendzentrum als mögliche Partner vorgesehen.