Digitale Zukunftstage – Marktheidenfeld

Digitale Zukunftstage in einer Stadt am Main – mit dem Jugendzentrum MainHaus als zentralem Ort für Beteiligung und die Weiterentwicklung der Projektideen.

Überblick

Infos zum Ort

Einwohnerzahl: rund 12.000 Einwohner
Landkreis: Main-Spessart
Regierungsbezirk:
Unterfranken

Rahmenbedingungen

Die Digitalen Zukunftstage fanden in Marktheidenfeld von Anfang Februar bis Ende März statt. Verantwortlich vor Ort waren Stefanie Namyslo und Roland Schwab. Beteiligt waren alle drei achten Klassen der Mittelschule.

Die Stadt mit rund 12.000 Einwohner:innen liegt in Unterfranken, unweit von Würzburg. Eine besondere Rolle im Projekt spielte das Jugendzentrum MainHaus, das den Ideen-Hub ausrichtete und als vertrauter Treffpunkt für viele Jugendliche einen passenden Rahmen für die gemeinsame Weiterentwicklung der Projektideen bot.

Ergebnisse Schulworkshops

Schwerpunktthemen

In den Schulworkshops entwickelten die Jugendlichen Anfang Februar zahlreiche Ideen für die Zukunft Marktheidenfelds. Insgesamt nahmen drei achte Klassen der Mittelschule teil. Die Ideen wurden zunächst in der Klasse gesammelt und im Anschluss in Kleingruppen weiterentwickelt.

Die Themen reichten von Freizeit- und Sportangeboten über Mobilität und Gesundheit bis hin zu sozialen Fragestellungen und der Weiterentwicklung der Innenstadt. Besonders auffällig war die große Bandbreite der Vorschläge – von konkreten Verbesserungen im direkten Schulumfeld bis hin zu langfristigen Infrastrukturprojekten.

Ideen in Minetest

Bild 1+2: Mc Donalds, Bild 3+4: Krankenhaus, Bild 5: Eishalle, Bild 6: Bikepark, Bild 7: Freibad Marktheidenfeld, Bild 8: Einkaufszentrum, Bild 9: Fußballplatz, Bild 10: Sicherheit und Gefängnis, Bild 11: Flughafen, Bild 12: Mobilität, Bild 13: Soziales Zentrum + Obdachlosenhilfe, Bild 14 + 15: Zoo

Ideen in Minetest

Vom Ideen-Hub zur Umsetzung

Ideen-Hub im Jugendzentrum MainHaus

Der Ideen-Hub fand am 23. Februar im Jugendzentrum MainHaus statt. Rund 30 Jugendliche arbeiteten gemeinsam mit Vertreter:innen der Stadtverwaltung, unter anderem aus dem Bauhof sowie dem Amtschef, an der Weiterentwicklung ihrer Ideen aus den Schulworkshops.

Aus den elf Ideen wurden die Vorschläge Mc Donalds, Bikepark, Fußballplatz, Krankenhaus und Obdachlosenhilfe ausgewählt. In Kleingruppenarbeit und im Austausch mit den Expert:innen wurden die Vorschläge konkretisiert und hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit weiterentwickelt.

Abschlussveranstaltung

Die Abschlussveranstaltung fand am 24. März im Sitzungssaal des Rathauses im Rahmen einer Sitzung des Sozialausschusses statt. Rund 20 Jugendliche sowie ihre drei Klassenlehrkräfte präsentierten ihre Ergebnisse vor dem Zweiten Bürgermeister Herrn Menig, den Mitgliedern des Sozialausschusses und interessierten Mitgliedern des neugewählten Stadtrats

Trotz des formellen Rahmens entstand ein offener Austausch. Die Jugendlichen konnten ihre Ideen vorstellen, Rückfragen beantworten und gemeinsam mit Politik und Verwaltung über Chancen, Herausforderungen und mögliche nächste Schritte sprechen.

1. Mc Donalds

McDonald’s

Ausgangslage

Die Jugendlichen wünschen sich ein McDonald’s in Marktheidenfeld. Der nächste Standort ist nur mit dem Auto erreichbar. Sie sehen darin einen Treffpunkt für junge Menschen sowie zusätzliche Freizeit- und Arbeitsmöglichkeiten.

Konkrete Ideen der Jugendlichen

  • McDonald’s in der Bauleitplanung berücksichtigen.
  • Einen Standort in Schulnähe prüfen.
  • Burger- und Pommestage im Jugendzentrum oder in der Mensa anbieten.
  • Den Speiseplan der Mensa anhand einer Umfrage unter den Schülerinnen und Schülern weiterentwickeln.

Gemeinsamer Dialog

Im Austausch wurde deutlich, dass es bereits in der Vergangenheit Interesse eines Unternehmens gab, die notwendigen Gewerbeflächen damals jedoch nicht rechtzeitig bereitgestellt werden konnten. Die Kommunalpolitik machte deutlich, dass eine Ansiedlung derzeit nicht in Aussicht steht, sagte aber zu, den aktuellen Stand transparent darzustellen.

Konkrete Vereinbarungen

  1. Transparenz über den aktuellen Stand einer möglichen Ansiedlung schaffen.
  2. Burgertage im Jugendzentrum umsetzen.

2. Fußballplatz

Ausgangslage

Der neue Bolzplatz neben der Mittelschule wird von den Jugendlichen intensiv genutzt. Gleichzeitig erschweren niedrige Ballfangnetze die Nutzung, da Bälle regelmäßig auf benachbarte Flächen und in einen Teich gelangen.

Konkrete Ideen der Jugendlichen

  • Höhere Ballfangnetze errichten.
  • Prüfen, wie die Zulassung des Platzes erhalten werden kann.
  • Möglichkeiten für eine ökologische und kostengünstige Beleuchtung prüfen.

Gemeinsamer Dialog

Die Vertreter:innen der Stadt zeigten großes Verständnis für das Anliegen. Im Gespräch wurde deutlich, wie intensiv der Platz auch außerhalb der Schulzeiten genutzt wird.

Konkrete Vereinbarungen

  1. Die Finanzierung höherer Ballfangnetze ist bereits eingeplant und eine Umsetzung gilt als realistisch.
  2. Möglichkeiten für eine Beleuchtung werden geprüft.

3. Soziales Zentrum und Obdachlosenhilfe

Ausgangslage

Die Jugendlichen nehmen sichtbare Obdachlosigkeit und Suchtproblematiken im Stadtbild wahr. Sie wünschen sich mehr Unterstützung für betroffene Menschen und verbinden dies mit dem Wunsch nach mehr Sicherheit im öffentlichen Raum.

Konkrete Ideen der Jugendlichen

  • Ein kombiniertes Wohnheim mit Entzugsangebot schaffen.
  • Gemeinschaftsküche, Gemeinschaftsräume sowie Einzel- und Familienzimmer einrichten.
  • Medizinische Betreuung und Therapieangebote integrieren.
  • Geeigneten Standort suchen.
  • Finanzierungs- und Kooperationsmöglichkeiten mit Unternehmen und Spendern prüfen.
  • Den Bedarf und die Rahmenbedingungen gemeinsam klären.

Gemeinsamer Dialog

Das Thema stieß bei Politik und Verwaltung auf großes Interesse. Die Teilnehmenden zeigten sich beeindruckt vom Weitblick der Jugendlichen und sahen ähnliche Herausforderungen in der Stadt.

Konkrete Vereinbarungen

  1. Ein gemeinsamer Gesprächstermin zur weiteren Beratung wird vereinbart.
  2. Das Thema wird gemeinsam mit der SMV und dem Jugendkreistag weiterverfolgt.

4. Krankenhaus

Ausgangslage

Nach der Schließung des Krankenhauses empfinden die Jugendlichen die medizinische Versorgung vor Ort als unzureichend. Insbesondere für Kindernotfälle sehen sie lange Wege zur nächsten Notaufnahme.

Konkrete Ideen der Jugendlichen

  • Eine kleine Notaufnahme errichten.
  • Kurzfristig mehr Rettungswagen bereitstellen.
  • Die Umsetzung gemeinsam mit der Stadtverwaltung prüfen.
  • Einen geeigneten Standort oder ein passendes Gebäude finden.

Gemeinsamer Dialog

Im Austausch erläuterte die Kommunalpolitik, dass aus ihrer Sicht keine tatsächliche Versorgungslücke besteht. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Jugendlichen das Thema als Unsicherheitsfaktor wahrnehmen. Eine Wiedereröffnung des ehemaligen Krankenhauses oder ein neues Medizinisches Versorgungszentrum wurde als derzeit nicht realistisch eingeschätzt.

5. Bikepark

Ausgangslage

Die Jugendlichen wünschen sich einen Bikepark mit Angeboten für Anfänger:innen und Fortgeschrittene. Sie sehen darin eine attraktive Freizeitmöglichkeit und einen Beitrag zu mehr Bewegung.

Konkrete Ideen der Jugendlichen

  • Einen Bikepark mit unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen errichten.
  • Vereine und Sponsor:innen in die Umsetzung einbinden.
  • Die Eigenverantwortung der Nutzenden stärken.
  • Den Bikepark als familienfreundliches Freizeitangebot entwickeln.

Gemeinsamer Dialog

Im Austausch wurde deutlich, dass die Umsetzung mit einem höheren Planungsaufwand verbunden wäre. Gleichzeitig wurde der Wunsch nach zusätzlichen Bewegungs- und Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche als nachvollziehbar bewertet.

Konkrete Vereinbarungen

  1. Das Thema wird weiter im Blick behalten, unter anderem auch im Jugendkreistag
  2. Der Kontakt zu den Jugendlichen, die sich den Bikepark wünschen wird aufrechterhalten, um am Thema gemeinsam weiterarbeiten zu können

 

Bildergalerie

Ansprechperson

Pia Bittner
Pia Bittner
Bildung / Vernetzung / Beratung
T 01512 762 77 58