Digitale Zukunftstage – Kaufbeuren

Digitale Zukunftstage in Kaufbeuren: Ein gemeinsames Projekt von Stadtverwaltung und Stadtjugendring ergänzt bestehenden Formate der Jugendbeteiligung.

Überblick

Infos zum Ort

Einwohnerzahl: knapp 49.000 Einwohner:innen
Regierungsbezirk: Schwaben

Rahmenbedingungen

Die Digitalen Zukunftstage fanden in Kaufbeuren von Anfang März bis Anfang Mai statt. Verantwortlich vor Ort waren Gunnar Schulz vom Stadtjugendring und Jürgen Schick von der Stadt Kaufbeuren. Beteiligt waren drei Schulklassen der Jörg-Lederer-Mittelschule, der Gustav-Leutelt-Schule und der Frenzel Wirtschaftsschule.

Die Digitalen Zukunftstage wurden als Kooperationsprojekt zwischen Stadtjugendring und Stadtverwaltung umgesetzt und ergänzten die bereits bestehenden Beteiligungsformate der Stadt. Eine besondere Herausforderung war die angespannte Haushaltslage der Kommune, die die Umsetzung neuer Projekte erschwert. Dennoch wurden gemeinsam konkrete Perspektiven für die Weiterverfolgung der Ideen entwickelt.

Ergebnisse Schulworkshops

Schwerpunktthemen

Die Schulworkshops fanden Anfang März statt. In drei Workshops entwickelten die Jugendlichen Ideen für die Zukunft Kaufbeurens und setzten diese kreativ in Minetest um.
Die Themen reichten von Sport- und Freizeitangeboten über Mobilität bis hin zu Schule, Bildung und sozialem Zusammenleben. Viele Vorschläge beschäftigten sich mit der Frage, wie bestehende Orte und Angebote besser genutzt und weiterentwickelt werden können.

Ideen in Minetest

Bild 1: Eisstadion, Bild 2: Fußballstadion, Bild 3: Sportplatz, Bild 4: Kino, Bild 5: Park, Bild 6: Spielothek mit KFC, Bild 7: Schule mit Turnhalle, Bild 8: Internationale Schule, Bild 9: Tierschutzverein SVAJ, Bild 10: Sozialwohnungen, Bild 11: Bahnhof, Bild 12: Straßenverkehr, Bild 13: Gym

Ideen in Minetest

Vom Ideen-Hub zur Umsetzung

Ideen-Hub in der Stadthalle

Der Ideen-Hub fand am 23. März in der Stadthalle statt. Rund 70 Jugendliche entwickelten ihre Projektideen gemeinsam weiter und erarbeiteten konkrete Vorschläge.
Aus den Workshops wurden vier Projekte ausgewählt vertieft: frei zugängliche Sportflächen, die Weiterentwicklung des Jordan-Parks, eine internationale Schule sowie die Zukunft des Jugendzentrums.
Dabei zeigte sich, dass viele ursprünglich sehr große Visionen in konkrete und kurzfristig umsetzbare Vorschläge übersetzt wurden. So entstanden aus den Projektideen erste Schritte, die gemeinsam mit Politik und Verwaltung weiterverfolgt werden können.

Abschlussveranstaltung

Die Abschlussveranstaltung fand am 4. Mai im Historischen Rathaussaal statt. Rund 20 Jugendliche präsentierten ihre Ergebnisse vor Oberbürgermeister Stefan Bosse, dem Jugendbeauftragten des Stadtrats und Expertinnen und Experten der Stadtverwaltung und des Jugendrings.
Im Dialog wurde deutlich, dass zahlreiche Anliegen der Jugendlichen bereits bekannt sind, ihre Perspektiven jedoch wichtige Impulse für die weitere Entwicklung der Stadt liefern. Trotz der angespannten Haushaltslage wurden für mehrere Projekte konkrete nächste Schritte vereinbart.

1. Frei zugängliche Sportflächen

Ausgangslage

Die Jugendlichen wünschen sich mehr frei zugängliche Sportflächen. Aus ihrer Sicht gibt es ausreichend Sportplätze, viele davon sind jedoch Vereinsanlagen und außerhalb des Vereinsbetriebs nicht öffentlich nutzbar.

Konkrete Ideen der Jugendlichen

  • Vereinsplätze außerhalb der Trainingszeiten öffnen.
  • Maßnahmen gegen Vandalismus entwickeln, wie bspw. Kontrollen durch das Ordnungsamt, Kameras oder entsprechende Öffnungszeiten

Gemeinsamer Dialog

Im Austausch wurde deutlich, dass das Anliegen bereits im Sportstättenkonzept berücksichtigt wurde. Aufgrund der angespannten Haushaltslage konnten jedoch bislang viele Maßnahmen nicht umgesetzt werden.

Konkrete Vereinbarungen

  1. Die Öffnung von Vereinsplätzen und Pausenhöfen wird geprüft.
  2. Anliegen aus dem Sportstättenkonzept sollen schrittweise umgesetzt werden.
  3. Bestehende Unterstützungsangebote für Sportvereinsmitgliedschaften werden besser kommuniziert.

2. Verschönerung des Jordan-Parks

Ausgangslage

Der Jordan-Park ist ein traditionsreicher Park, bietet aus Sicht der Jugendlichen jedoch zu wenige Freizeitangebote. Aus einer umfangreichen Idee für einen Mehrgenerationenpark wurden im Ideen-Hub konkrete und kurzfristig umsetzbare Maßnahmen entwickelt.

Konkrete Ideen der Jugendlichen

  • Zusätzliche Sitzmöglichkeiten schaffen, bspw. Sitzecken und Sitzkreise
  • Sommerveranstaltungen wie Schnitzeljagden oder Fußballturniere organisieren.
  • Möglichkeiten zur Mülltrennung schaffen.
  • Einen Barfußpfad anlegen.

Konkrete Vereinbarungen

  1. Neue Tischtennisplatten werden aufgestellt.
  2. Ein Barfußpfad wird als Schulprojekt mit Unterstützung des Bauamts umgesetzt.
  3. Ideen für Veranstaltungen fließen in die Planung zukünftiger Ferienprogramme ein.

3. Internationale Schule

Internationale Schule

Ausgangslage

Ausgangspunkt war der Wunsch nach einer internationalen Schule. Im Ideen-Hub wurde deutlich, dass die Jugendlichen vor allem mehr internationale Begegnungen, Austauschmöglichkeiten und Angebote zum Thema Vielfalt an bestehenden Schulen wünschen.

Konkrete Ideen der Jugendlichen

  • Langfristig eine internationale Schule schaffen.
  • Vielfalt und Internationalität im Schulalltag stärker fördern.
  • Projekte und Aktionen zum interkulturellen Lernen ausbauen.
  • Informationen über Austauschprogramme verbessern.
  • Austauschprogramme auch für Mittelschüler sichtbarer machen.

Gemeinsamer Dialog

Im Austausch wurde deutlich, dass viele Anliegen zunächst auf Ebene der Schulen umgesetzt werden können.

Konkrete Vereinbarungen

  1. Die Themen werden gemeinsam mit den Schulen und den Projektpartnern weiterbearbeitet.
  2. Das Anliegen wird in den Beirat für Vielfalt und offene Gesellschaft eingebracht.

4. Jugendzentrum

Ausgangslage

Die Jugendlichen wünschen sich mehr Platz, längere Öffnungszeiten und zusätzliche Angebote im Jugendzentrum. Langfristig wurde außerdem der Wunsch nach einem zweiten zentral gelegenen Jugendzentrum formuliert.

Konkrete Ideen der Jugendlichen

  • Das Jugendzentrum vergrößern.
  • Zusätzliche Räume schaffen.
  • Mehr Personal einsetzen.
  • Das Freizeitangebot erweitern.
  • Zusätzliche Ausstattung wie Billardtische, Kicker, Air-Hockey, Dart oder Spielkonsolen bereitstellen.
  • Längere Öffnungszeiten, insbesondere am Wochenende.
  • Klare Regeln für ein gutes Miteinander entwickeln.

Konkrete Vereinbarungen

  1. Jugendliche können die Weiterentwicklung des Jugendzentrums aktiv mitgestalten.
  2. Der Stadtjugendring begleitet den Prozess und steht als Ansprechpartner zur Verfügung.

5. Turnhallensituation an der Jörg-Lederer-Mittelschule

Die Situation der Turnhalle an der Jörg-Lederer-Mittelschule wurde als eigenes Anliegen eingebracht. Die Jugendlichen schilderten die seit vielen Jahren unzureichenden Bedingungen und wünschten sich langfristig einen Neubau. Gleichzeitig war ihnen bewusst, dass dies aufgrund des Bestandsschutzes der bestehenden Halle und der angespannten Haushaltslage derzeit nicht kurzfristig umsetzbar ist.

Im Dialog stand deshalb vor allem die langfristige Perspektive im Mittelpunkt. Die Jugendlichen machten deutlich, dass sie frühzeitig in zukünftige Planungen einbezogen werden möchten und ihre Situation stärker berücksichtigt werden soll.

Konkrete Vereinbarungen

  1. Die Stadt nimmt Kontakt mit dem Kultusministerium und dem Schulamt auf, um mehr Flexibilität bei der zukünftigen Entwicklung der Turnhallensituation zu erreichen.

Bildergalerie

Ansprechperson

Pia Bittner
Pia Bittner
Bildung / Vernetzung / Beratung
T 01512 762 77 58