Digitale Zukunftstage – Ebermannstadt

Wie gelingt Jugendbeteiligung in einer Kleinstadt? Rund 40 Jugendliche entwickelten bei den Digitalen Zukunftstagen gemeinsame Zukunftsideen für Ebermannstadt.

Überblick

Infos zum Ort

Einwohnerzahl: knapp 7.000
Landkreis: Forchheim
Regierungsbezirk: Mittelfranken

Rahmenbedingungen

Die Digitalen Zukunftstage fanden zwischen Januar und März 2026 in Ebermannstadt statt. Hauptverantwortlich seitens der Kommune waren Katharina Kurt-Lipfert und Corinna Drummer von der Gemeindejugendpflege. Insgesamt nahmen je eine Klasse der Mittel- und Realschule teil.

Ebermannstadt verfügt über ein gut ausgestattetes Jugendzentrum und zwei hauptamtliche Gemeindejugendpflegerinnen. Zudem besteht bereits eine enge Zusammenarbeit mit den Schülermitverantwortungen der örtlichen Schulen. Derzeit wird eine Jugendvertretung aufgebaut. Die Digitalen Zukunftstage knüpften an diese bestehenden Strukturen an und stärkten den Austausch zwischen Jugendlichen, Verwaltung und Kommunalpolitik.

Ergebnisse Schulworkshops

Schwerpunktthemen

Im Januar fanden zwei medienpädagogische Schulworkshops statt. Darin entwickelten die Jugendlichen Zukunftsideen für Ebermannstadt und setzten diese kreativ in der digitalen Welt Minetest um.

Die Themen reichten von Mobilität und Freizeitangeboten über die Aufwertung öffentlicher Plätze bis hin zu Sportanlagen und dem Freibad. Besonders häufig beschäftigten sich die Jugendlichen mit der Frage, wie Ebermannstadt für junge Menschen attraktiver und besser erreichbar werden kann.

Ideen in Minetest

Bild 1:Mc Donalds, Bild 2: Bunter Park, Bild 3: Läden, Bild 4: Freibad, Bild 5: Fußballstadion, Bild 6: Food Stops, Bild 7: Fahrradwege, Bild 8: Mobilität, Bild 9: Dirt- und Skatepark, Bild 10: Basketballplatz, Bild 11: Straßenerneuerung

Ideen in Minetest

Vom Ideen-Hub zur Umsetzung

Ideen-Hub inm Jugendzentrum K4

Am 12. Februar kamen beide Schulklassen im Jugendzentrum K4 zum gemeinsamen Ideen-Hub zusammen. Gemeinsam mit Vertreter:innen aus Verwaltung und Politik wurden die vielversprechendsten Ideen konkretisiert und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft.

Im Mittelpunkt standen vier Projekte: Mobilität, Dirt- und Skatepark, Freibad-Renovierung sowie die Weiterentwicklung des Jugendzentrums K4. Das Projekt K4 entstand aus der ursprünglichen Idee eines „Mc-GYM“ – einem Fast-Food-Restaurant mit Fitnessstudio – und wurde gemeinsam zu einem realistischen Konzept für die Weiterentwicklung des bestehenden Jugendzentrums ausgearbeitet.

Abschlussveranstaltung

Bei der Abschlussveranstaltung am 18. März präsentierten rund 40 Jugendliche ihre Projekte im Rathaus. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Christiane Meyer, interessierten Stadt- und Gemeinderäten sowie Vertreter:innen der Verwaltung wurden konkrete nächste Schritte vereinbart.

Besonders prägend war der offene Dialog auf Augenhöhe. Gemeinsam wurden pragmatische Lösungen entwickelt – von der Unterstützung bei der Umgestaltung des Jugendzentrums bis zur gemeinsamen Interessenvertretung für bessere Mobilitätsangebote. Deutlich wurde dabei, dass die Umsetzung vieler Ideen nur gemeinsam mit dem Engagement der Jugendlichen gelingen kann.

1. Mobilität

Ausgangslage
Viele Jugendliche wünschen sich eine bessere Mobilität, um im Alltag und in ihrer Freizeit unabhängiger von ihren Eltern zu sein. Besonders die Busverbindungen, die Radwege und die Erreichbarkeit von Freizeitangeboten wurden als verbesserungswürdig genannt.

Konkrete Ideen der Jugendlichen

  • Rufbus bzw. Anrufsammeltaxi
  • Nachtbus und häufigere Busverbindungen
  • Jugendtarife für Bus und Bahn
  • Neue bzw. besser gelegene Bushaltestellen
  • Durchgängige und sichere Radwege

Gemeinsamer Dialog
Im Austausch wurde deutlich, dass viele Herausforderungen den Landkreis betreffen. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass die Stadt das Thema gemeinsam mit den Jugendlichen weiter vorantreiben und auf politischer Ebene einbringen möchte.

Konkrete Vereinbarungen

  1. Gemeinsam mehr Öffentlichkeit für das Thema schaffen.
  2. Die Jugendlichen führen Umfragen an den Schulen durch.
  3. Die Stadtpolitik setzt sich im Kreistag für Verbesserungen der Mobilität ein.

2. Dirtpark

Ausgangslage
Die Jugendlichen wünschen sich einen modernen Dirtpark mit attraktiven Sport- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Der bestehende Skatepark wird als nicht mehr zeitgemäß wahrgenommen.

Konkrete Ideen der Jugendlichen

  • Dirtpark mit Erdrampen und Pumptrack
  • WC-Anlage und Aufenthaltsbereich
  • Einbindung regionaler Unternehmen und Sponsor

Gemeinsamer Dialog
Im Gespräch wurde deutlich, dass die größte Herausforderung die Suche nach einem geeigneten und bezahlbaren Grundstück ist. Politik und Jugendliche vereinbarten, gemeinsam an einer realistischen Lösung weiterzuarbeiten.

Konkrete Vereinbarungen

  1. Die Stadt prüft geeignete und bezahlbare Grundstücke.
  2. Jugendliche und Politik entwickeln gemeinsam ein tragfähiges Konzept.
  3. Gemeinsam soll für das Projekt Öffentlichkeit geschaffen werden.

3. Jugendzentrum K4

Ausgangslage
Aus der ursprünglichen Idee eines „Mc-GYM“ entwickelte sich im Projekt der Wunsch, das bestehende Jugendzentrum K4 um ein paar Angebote zu erweitern.

Konkrete Ideen der Jugendlichen

  • Längere Öffnungszeiten und mehr Selbstverwaltung
  • Modernisierung der Innen- und Außengestaltung
  • Neue Sport- und Freizeitangebote
  • Mehr Sitzgelegenheiten und Begrünung
  • Erweiterung des Getränke- und Snackangebots

Gemeinsamer Dialog
Gemeinsam wurde überlegt, welche Ideen kurzfristig umsetzbar sind und wie sich Jugendliche dauerhaft noch mehr an der Gestaltung des Jugendzentrums beteiligen können. Besonders die Unterstützung durch Politik, Bauhof und Jugendpflege eröffnete konkrete Umsetzungsperspektiven.

Konkrete Vereinbarungen

  1. Der Außenbereich des K4 wird gemeinsam mit den Jugendlichen umgestaltet. Hierfür spendet eine Stadträtin Hochbeete, der Bauhof unterstützt die Umsetzung.
  2. Die Projektgruppe arbeitet gemeinsam mit der Gemeindejugendpflege an der Weiterentwicklung des K4.

4. Freibad Ebser Mare

Ausgangslage
Das Freibad ist ein wichtiger Treffpunkt für Jugendliche aus Ebermannstadt und den umliegenden Ortsteilen. Gewünscht werden mehr Attraktionen, bessere Aufenthaltsqualität und eine leichtere Erreichbarkeit.

Konkrete Ideen der Jugendlichen

  • Neue Rutschen und weitere Wasserattraktionen
  • Mehr Schattenplätze
  • Attraktiveres Kioskangebot
  • Zusätzliche Freizeitangebote auf dem Gelände
  • Verbesserte Erreichbarkeit mit Bus und Fahrrad

Gemeinsamer Dialog
Im Dialog wurden kurzfristig umsetzbare Maßnahmen von langfristigen Wünschen unterschieden. Verwaltung und Jugendliche verständigten sich darauf, zunächst konkrete Verbesserungen im Bestand anzugehen.

Konkrete Vereinbarungen

  1. Zusätzliche Schattenplätze werden geschaffen.
  2. Die Fahrradanbindung wird gemeinsam mit dem Bauamt geprüft.
  3. Eine Bedarfshaltestelle am Freibad wird geprüft.
  4. Die Sicherheit der vorhandenen Schließfächer wird überprüft.

Bildergalerie

Ansprechperson

Pia Bittner
Pia Bittner
Bildung / Vernetzung / Beratung
T 01512 762 77 58