Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der spielbasierte Ansatz mit Minecraft: In einer digitalen, an ihre Kommune angelehnten Spielwelt entwickeln Jugendliche kreative und realitätsnahe Zukunftsvisionen. Dieser Zugang knüpft unmittelbar an ihre Lebenswelt an, senkt Beteiligungshürden und macht politische Gestaltung spielerisch erfahrbar.
Gleichzeitig setzen die „Digitalen Zukunftstage” bewusst auf nachhaltige Wirkung. Die erarbeiteten Ideen enden nicht als Visionen, sondern werden gemeinsam mit der Jugendarbeit vor Ort weiterentwickelt und der Kommunalpolitik vorgestellt. So erhalten die Jugendlichen konkrete Rückmeldungen und erleben, dass ihre Perspektiven ernst genommen werden und in Entscheidungsprozesse einfließen können.
Das Projekt baut auf den erfolgreichen Digitalen Zukunftsnächten auf, die in den vergangenen Jahren durch die BLZ in zahlreichen bayerischen Kommunen durchgeführt wurden.
Ab 2026 wird das Format unter dem neuen Namen „Digitale Zukunftstage” als Kooperation zwischen BLZ und KiJuBa in neun bayerischen Kommunen weiterentwickelt und umgesetzt. Anstelle einzelner Übernachtungsformate finden nun mehrere ganztägige Zukunftsworkshops und ein außerschulisches Ideen-HUB statt. Dadurch können mehr Jugendliche beteiligt und kommunale Strukturen gezielter eingebunden werden.
Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit mit den Kommunen, den Fachkräften der Jugendarbeit und den Lehrkräften vor Ort. Dieser Schulterschluss zwischen schulischer und außerschulischer Jugendarbeit schafft die Grundlage für langfristig wirksame Ergebnisse.
Nach einem spielerischen Einstieg in das Thema Kommunalpolitik beginnt die eigentliche Zukunftswerkstatt. Die Jugendlichen sammeln zunächst Kritikpunkte zu ihrer Gemeinde: Was stört sie im Alltag? Anschließend folgt die Utopie-Phase, in der die Realität keine Rolle spielt. Die Teilnehmenden überlegen gemeinsam, wie ihre Kommune im Jahr 2050 aussehen könnte, wenn alle Probleme gelöst wären. Diese Visionen setzen sie anschließend mithilfe des Computerspiels „Minetest” kreativ um. In einer virtuellen Nachbildung ihrer eigenen Stadt gestalten sie Gebäude, Plätze oder ganze Stadtviertel neu und machen ihre Ideen sichtbar.
Am Ende des Tages präsentieren die Gruppen ihre Ergebnisse. Sie erklären ihre Entwürfe und zeigen, welche Zukunftsvorstellungen dahinterstehen.
Der spielbasierte Ansatz knüpft dabei direkt an die Lebenswelt junger Menschen an. Er fördert Kreativität, Teamarbeit und das Bewusstsein, dass die Zukunft gestaltbar ist.
Nach der Zukunftswerkstatt wird das Thema Kommunalpolitik im Unterricht weiter vertieft. Mithilfe von vorbereiteten Materialien erfahren die Jugendlichen mehr darüber, wie Kommunen arbeiten und welche Möglichkeiten es gibt, eigene Ideen politisch einzubringen.
Das Ziel besteht darin, ihnen das notwendige Wissen zu vermitteln, um aus einer kreativen Idee ein realisierbares Projekt zu entwickeln
Beim Ideen-HUB entwickeln Jugendliche ihre Entwürfe zu konkreten Projekten weiter. Hier kommen alle Klassen einer Kommune zusammen, die zuvor an Zukunftswerkstätten teilgenommen haben.
Die Veranstaltung wird von der Fach- und Servicestelle gemeinsam mit den Fachkräften der Jugendarbeit vor Ort durchgeführt. Unterstützt werden diese dabei von ausgebildeten Beteiligungscoaches als Peers.
Gemeinsam werden die besten Ideen ausgewählt, konkretisiert und für die Präsentation vor der Kommunalpolitik vorbereitet.
Zum Abschluss treffen die Jugendlichen auf Vertreterinnen und Vertreter ihrer Stadt oder Gemeinde. Sie präsentieren ihre Projekte, diskutieren diese gemeinsam und vereinbaren die nächsten Schritte.
So entsteht ein direkter Dialog zwischen jungen Menschen und Entscheidungsträger:innen auf Augenhöhe mit konkreten Ergebnissen.
Im Projektjahr 2026 sind 9 Kommunen aus 5 bayerischen Bezirken beteiligt.
Die Projekttage finden im Zeitraum Januar bis Mai 2026 statt.
Eine ausführliche Berichterstattung wird im Nachgang veröffentlicht.